Unser Anne Frank Baum

#toleranz

Uedelhoven zeigt Flagge und lässt Satellit der Hoffnung steigen!

Am Samstag den 9. November 2019 war es endlich soweit. Unser Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus wurde feierlich eingeweiht.

Auf unserer örtlichen Ehrenanlage in Uedelhoven wurden schon seit Tagen die nötigen Vorarbeiten getätigt. So pflanzten wir den Anne Frank Baum schon ca. 2 Wochen im Voraus und richteten den Boden für diesen extra mit kleinen Pflastersteinen her. Ebenso hatten wir unser Anne Frank Denkmal inzwischen durch viele fleißigen Hände errichtet.

Mit diesem Symbol möchten wir unser Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus und für Hoffnung und Toleranz setzen. So spendete die Kastanie in Amsterdam auch Anne Frank Hoffnung und soll auch heute dazu ermutigen, für Werte wie Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung einzustehen.

„Wir möchten die Menschen in unserer Region für das Thema Rassismus und Antisemitismus sensibilisieren und zeigen, das Werte wie Freiheit und Toleranz nicht selbstverständlich sind“

Als ein weiterer Meilenstein planen wir im kommenden Jahr unter anderem eine Ausstellung zum Thema Rassismus und Antisemitismus in Blankenheim. Zudem möchten wir den Menschen Bildungsreisen zum NS Dokumentationszentrum Vogelsang oder zum KZ Auschwitz (Polen) anbieten. Weitere Bildungsreisen nach Amsterdam zum Anne Frank Haus sind ebenfalls geplant. „Gemeinsam wollen wir für ein offenes Mit- und Füreinander einstehen und uns gegen das Vergessen einsetzen.“

#toleranz stand auf unseren Buttons, die wir am 9. November an die anwesenden Gäste verteilten. Unter der musikalischen Begleitung von Pfarrer Michael Brandau aus Dahlem, welcher auf seiner Geige jüdische Klezmer Musik spielte, wurde die Feier eröffnet.

Nach einer kurzen Einführung durch Julia und Yvonne wurde das Wort an die geladenen Gäste aus Politik und Gesellschaft übergeben.

„Wir alle stehen in der Verpflichtung, dass Rechtspopulisten bei uns nicht die Oberhand gewinnen“

„Wir alle stehen in der Verpflichtung, dass Rechtspopulisten bei uns nicht die Oberhand gewinnen“, so die mahnenden Worte des Integrationsbeauftragten und allgemeinen Vertreters des Landrates, Manfred Poth. Als beispielhaft bezeichnete die Initiative des Vereins Markus Ramers, Kuratoriumsvorsitzende der Bürgerstiftung der KSK Euskirchen und einer der Hauptunterstützer. Als Geschichtslehrer verwies er darauf, dass die Menschen hoffentlich aus ihren Fehlern in der Vergangenheit, insbesondere zum Ende der Weimarer Republik, gelernt haben.  „Die Rechten haben damals 33 Prozent im Jahre 1932 bekommen, nicht etwa 60 Prozent. Ich kann nur hoffen, dass die Menschen daraus gelernt haben und nicht wegschauen.“ so Ramers.

​„Die Rechten haben damals 33 Prozent im Jahre 1932 bekommen, nicht etwa 60 Prozent. Ich kann nur hoffen, dass die Menschen daraus gelernt haben und nicht wegschauen.“

Sichtlich beeindruckt zeigte sich auch der Bürgermeister der Gemeinde Blankenheim, Rolf Hartmann. Nach einer Ansprache von Ortsvorsteher Thomas Pick, der betonte, das Uedelhoven mit dieser Aktion ein deutliches Zeichen gegen Verfolgung und für Freiheit setzt, wurden die Gedenkskulptur unter der musikalischen Begleitung der Uedelhovener Dorfmusikanten, welche „Ich bete an die Macht der Liebe“ spielte, von Markus Ramers gemeinsam mit Daniel enthüllte.

Die Einsegnung des Baumes und des Denkmals wurde durch die anwesenden Priester Michael Brandau (GdG Blankenheim-Dahlem) und Pastor Christoph Cäsar (Evangelische Kirchengemeinde Blankenheim) durchgeführt.

Der jüdische Verleger Roman Kovar, Mitglied der Synagogengemeinde Bonn, reiste aus Hennef an der Sieg zu dem Festakt an. Seit etwa 20 Jahren hat Roman Kovar bei den unterschiedlichsten Anlässen im Rheinland den Jüdischen Segen erteilt. So etwa in Hennef bei der Verlegung von diversen Stolpersteinen des Kölner Künstlers Gunter Demnig, oder jedes Jahr am Ort der ehemaligen Synagoge in Hennef, dort sprach er das Kaddish-Gebet. So auch bei dem Festakt in Uedelhoven am 9. November 2019. Die über 13-jährigen männlichen Personen trugen aus Ehrfurcht und Hochachtung bei der Zeremonie die jüdische Kopfbedeckung Kippa.

Vor allem der Satellit soll als Symbol für das weltumspannende Füreinander stehen beschrieb Künstler Dietmar Hofmann sein Kunstwerk. Im Zentrum ist ein Glaswürfel mit einem Bild von Anne Frank zu sehen.

Danach ließ Künstler Dieter Hofmann aus Uedelhoven gemeinsam mit allen Anwesenden symbolisch diesen Satelliten starten und in den Himmel aufsteigen.  

Zum Schluss bedankte sich Verena stellvertretend für den Heimatverein Uedelhoven bei allen Gästen, Förderern und Helfern und rief zur Wachsamkeit und zum aktiven Handeln sowie Mitmachen auf.

Nach der Zeremonie konnten sich die Anwesenden inhaltlich zum Thema Rassismus und Antisemitismus informieren. Wir hatten dafür eine kleine Ausstellung vorbereitet, welche neben vielen Bildern der vorbereitenden Tätigkeiten auch Bilder und Reiseberichte zum Anne Frank Haus in Amsterdam zeigte. Zudem konnten wir auch Frau Jacqueline van Maarsen dafür gewinnen, für unser Projekt ein paar Zeilen zu schreiben, welche wir gerne den Anwesenden zeigten.

Ein Zentraler Bestandteil unserer Ausstellung war das Portrait von Hannah. Die Ausstellung kam sehr gut an und unsere Gäste informierten sich dank der sehr schönen Plakette und den Interviewheften vom Heimatsucher Verein zu Hannahs bewegender Geschichte. Zudem stellen wir einiges an Flyer und Informationsmaterialien von Förderern, Stiftungen und engagierten Menschen zur Verfügung.

 

Am Tag der Vorbereitungen war der WDR bei uns in Uedelhoven und hat eine kurze Reportage zu unserem Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus und dem Anne Frank Baum/ Denkmal erstellt, welche hier gesehen werden kann.

Wie bedanken uns recht herzlich bei allen Gästen, Rednern, Unterstützern, Förderern und Freunden sowie ganz besonders beim Dorf Uedelhoven und deren Einwohner. Der erste Schritt ist getan. Die eigentliche Arbeit beginnt aber jetzt!

Einen schönen weiteren Artikel zur Pflanzung und Enthüllung des Anne Frank Baumes und Denkmals von der Eifeler Presse Agentur und KSK Euskirchen könnt ihr hier nachlesen.

Themenwände zu unerer Amsterdam Fahrt ins Anne Frank Haus. Ebenso das Statement von Jacqueline van Maarsen. Rechts, das Zertifikat zum Baum sowie Informationen zum Anne Frank Baum

Unsere Themenwand zu Hannah Pick-Goslar mit Katalog und Flyer vom Heimatsucher Verein

Die Bilder zeigen unsere Plakate zum Thema Rassismus und Antisemitismus sowie Flyer von Förderern und Unterstützern. Ebenso könnt ihr die Plakette mit dem Zitat von Anne Frank in 3 Sprachen sehen.

“Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu ändern!”

Anne Frank, 26. März 1944